
Stadt Kornwestheim bittet um Rücksichtnahme auf Wildtiere
Die Stadtverwaltung bittet aus gegebenem Anlass um Rücksichtnahme auf die heimischen Wildtiere in Kornwestheim. Im Februar hat der vom Landratsamt Ludwigsburg beauftragte Wildtierschützer und Jagdpächter Hans-Otto Härle in der Steingrube beobachtet, wie ein großer Hund ein Reh hetzte.
Bei der kurz darauf folgenden Markungsputzete wurde dort eine tote Rehgeiß gefunden, laut Härle allem Anschein nach ein Hunderiss. Kurz darauf machte eine Spaziergängerin im Gewann "Kühloch" unterhalb der Enzstraße eine ähnliche Beobachtung: In dem dort eingezäunten Areal hetzte ein Hund ein Reh, das schließlich im Brombeerdickicht so laut klagte und schrie, dass die Polizei alarmiert wurde. An der Stelle wurde viel herausgerissenes Rehhaar gefunden, das Dickicht war für Menschen jedoch nicht zugänglich, sodass unklar blieb, ob und wie stark das Tier verletzt ist. Ähnliche Vorkommnisse sah Härle in der Vergangenheit auch rund um den Golfplatz.
Selbstverständlich brauchen Hunde Auslauf – und das mehrmals am Tag. Dennoch sind hierbei Regeln zu beachten, an die die Stadt Kornwestheim noch einmal erinnern möchte. Im Stadtgebiet und in der Steingrube – dem Gebiet zwischen Reit- und Fahrverein, dem Golfplatz und der Aldinger Straße – sowie im Gewann "Kühloch" an der Enzstraße besteht eine Leinenpflicht. Darüber hinaus haben Hundehalterinnen und Hundehalter gemäß Landesrecht auf ihre Hunde einwirken zu können, sofern sie in den übrigen Bereichen nicht angeleint sind. Dies ist insbesondere nachts oder außerhalb der Sichtweite kaum möglich.
Biotope haben für Kornwestheim große Bedeutung
Die Naturbiotope haben für Kornwestheim eine einmalige landschaftsökologische Bedeutung und sollen langfristig für den Naturschutz gesichert werden. Es bietet mit seinen Streuobstwiesen, Feldhecken, Baumgruppen, Steinriegeln, Trockenmauern und Wiesen- sowie Totholzflächen, Reisighaufen und Nisthilfen einen äußerst wertvollen Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Sowohl für die Artenvielfalt im Tier- als auch im Pflanzenreich ist diese Fläche ein enormer Gewinn. Neben unterschiedlichsten Insektenarten beheimatet sie zum Beispiel verschiedene Brutvögel, kleine Säugetiere und Zauneidechsen.
Mehrere Hinweistafeln, auch in Form von Piktogrammen, weisen in der Steingrube auf das Leinen- und Wegegebot hin und informieren über die Hintergründe. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg bittet darüber hinaus in seinen Hinweisen zur Brut- und Setzzeit, die im Frühjahr beginnt und im Sommer endet, darum, dass alle Personengruppen – Spaziergängerinnen und Spaziergänger, Sportlerinnen und Sportler oder auch Tierhalterinnen und -halter – unnötigen Stress für Muttertiere und Nachwuchs vermeiden, indem sie auf den Wegen bleiben und Vierbeiner an der Leine geführt werden. Dieser Bitte schließen sich die Kornwestheimer Jagdpächter Thomas Glaser und Hans-Otto Härle an.
Hundewiese wird rege genutzt
Um ein freies Spielen und freien Auslauf zu ermöglichen, hat die Stadt Kornwestheim im Dezember 2024 die Hundewiese an der Enzstraße eingerichtet, die intensiv genutzt wird. Aus Gründen der Vollständigkeit weist die Stadtverwaltung an dieser Stelle darauf hin, dass die Missachtung der Leinenpflicht mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Es wird darum gebeten, auf das Wohl der Wildtiere in der Steingrube Rücksicht zu nehmen, wie man es sich auch für das eigene Tier wünscht. Die Stadtverwaltung bedankt sich im Voraus für das Verständnis und die Beachtung zum Wohle der heimischen Wildtiere.